A-Team Graz - Die Geschichte des Vereins

Es war einmal, lang lang ist's her, ein gewisser Lehrer aus Grambach. Er war begeisterter Modellautofahrer und suchte seinesgleichen im Raum Graz. Wir schreiben das Jahr 1980. Wie gesagt, Fritz Pregley, so hieß der Herr Lehrer, suchte damals über das Modellbaugeschäft Hobby-Sing in der Raubergasse Gleichgesinnte. Ich glaube wir waren Anfangs ca. 7 Optimisten, die dann den ersten Buggyklub in der Steiermark gründeten. Schon dabei Alex Fellner und Gerd Ehrenfried, weiters Wüster Robert, Neuhold Manfred, Kurt Engeljähringer und Fritz Pregley.

 

Der Club hieß Modell Auto Cross Gemeinschaft Graz kurz MACG. Anfangs hatten wir eine kleine Bahn in der ehemaligen Mülldeponie am Köglerweg. Als Fahrerpodest diente ein ca. ein Meter hoher Lehmhaufen. Die Strecke hatte lediglich die Form einer Niere und war sicher nicht länger als 80m. Ein alter Postbus (so ein alter E-Bus ohne Fenster mit Gittern) diente uns als Container. Aber schon damals waren uns Rennen wichtig, wobei meist der gewann, der am längsten fuhr. Die Haltbarkeit der damaligen Autos war ziemlich schlecht. Nichts desto trotz fuhren wir ein 1000 Runden Rennen das die Familie Pintaric, Rudi sen. & jun. Eindrucksvoll gewannen.

 

Gefahren wurden meist 2WD heckgetriebene Fahrzeuge. Es gab schon 4WD Autos (Land-Jump von Kyosho) aber der Kettenantrieb, die Halbachsen vorne und vor allem der Preis (10000.-) machten den meisten Probleme. Ein damals aktueller Firebird von Thundertiger 2WD kostete rund 1700.-. Weitere 2WD Modelle: BMW M1 von Simprop und Datsun Fairlady von Kyosho waren recht häufig.

Auch die Motoren waren weit von der heutigen Qualität entfernt. Chrom kannten nur die wenigsten Motoren. Mein HB 20 Buggy von Bernhard hielt in der Regel einen Nachmittag. Alu-Kolben in einer Stahlbüchse und dazu unsere spitzen Papierluftfilter (9.- Spritfilter aus der Autobranche.......) Oje

 

Naja, damals brauchten wir im Jahr gerade mal 5 Liter Treibstoff. Weitere Motoren: Super-Tigre, Picco, Cipolla, OS, Webra und Hirtenberger.

Nach 2-3 Jahren wuchs uns die Mülldeponie langsam zu. Wir mußten uns nach einem neuen Platz umsehen. Tatsächlich fanden wir zwei Plätze. Einmal über Ernst Assl und Fritz Pregley in Unterpremstätten und andererseits über I.B.Krakolinik in Andritz. Anfangs wurden beide Bahnen von allen betreut, aber schon bald bildeten sich zwei Lager. Klar, wir waren nicht so viele und der Aufwand von zwei Strecken wurde immer untragbarer. Es kam zum Krach zwischen dem Vorstand der MACG und unserem I.B.K.. Der Club spaltete sich und das A-Team wurde 1984 gegründet. 

Unser I.B.K hat kurzerhand das Gelände in Andritz privat gekauft. Er war es auch, der die Führung des Vereins die nächsten Jahre leiten sollte. Unsere Eltern machten ein wenig im Vorstand mit. Hier ein Dank an Fam. Krakolinig, Ortner, Mosing, Fellner, Leiter und Ehrenfried.

Eröffnet wurde das Gelände ganz offiziell mit dem Landeshauptmann der Steiermark, Josef Krainer.

Als Fahrerpodest diente uns ein Baugerüst (Stiege gab es natürlich keine.)

Aber es sollte nicht lange so bleiben. Unser Obmann I.B.K. scheute keine Mühen und Kosten. Bald hatten wir ein riesiges Fahrerpodest und die Boxen überdachte uns Thomas Haindl mit seinen Studienkollegen. Auch Strom bekamen wir. Die Mosings, Manfred und Markus, baute das noch heute bestehende WC.

 

Es wurde gebaut und gebaut. In dieser Zeit ging das Modellautofahren total unter. Wir hatten zwar die beste Anlage in Österreich, fuhren aber kaum auf unserer Bahn. Wir hatten damals zwei Bahnen (siehe Foto). Wo heute die Elektrobahn ist, hatten wir damals unsere Trainingsstrecke. Auf der Rennstrecke durften wir die meiste Zeit nicht fahren (wird ja kaputt.......)

Eines Tages fuhr ich verärgert mit einem 1/10 Elektro Formel 1 Auto, Marke Renault Turbo der Firma Carrera, auf der Rennstrecke (jawohl, auf der Buggybahn) aus Ärger über die gesperrte Strecke. Natürlich sah es der Chef und es gab wieder einmal Ärger. Das Schild mit der Aufschrift Strecke ausnahmslos gesperrt, wurde dann von Alex und mir irgendwann feierlich eingeäschert.........

Im ersten Jahr (1984) nahmen wir auch erstmals an einem STM Lauf Teil. Einzig und allein Jörg Krakolinig konnte gute Ergebnisse erzielen. Der Rest von uns kämpfte mit dem Material.

 

 

Im Jahr 1985 veranstaltete das A-Team eine Europameisterschaft. 120 Fahrer aus ganz Europa nahmen daran teil. Europameister wurde der Italiener Maurizio Monesi auf einem Gepard der Firma Garbo. Er konnte später noch zwei WM-Titel (1988&1994) erreichen. Auch dabei ein junger Spanier. Sein Name Pedro Martinez. Heute besser bekannt als Pedro (Martinez) del Arosa in der Formel 1. Auch bei uns wurde er damals nur durch einen Defekt gebremst. Es war eine wirklich gelungene Veranstaltung.

In den folgenden Jahren passierte nichts besonderes. Erst ab dem Jahr 1987 kam neuer Schwung. Alex Fellner konnte den dritten Platz in der Staatsmeisterschaft erreichen. Er gewann als erster A-Teamler einen STM-Lauf damals auf einem Yankee. Es blieb bis heute auch sein einziger Sieg, aber Alex ist ja noch jung........

Ab dem Jahr 1987 zog sich Vater I.B.K. mehr ins Privatleben zurück. Alex Fellner und Jörg Krakolinig übernahmen immer mehr den Klub. Alex als Verbrennerobmann und Jörg versuchte ein bar E-Fahrer zu gruppieren. Die folgenden beiden Jahre waren sportlich ok, aber der Klub litt schlimm unter den vielen auswärtigen Renneinsätzen. Das Klubgeländer verluderte und nie war jemand auf der Bahn. Der Klub lief Gefahr zu Sterben. Es wurde sogar schon ein Trauer- Billett an die restlichen Mitglieder versandt. Aber totgesagte leben länger. Von dieser Zeit ging es ständig aufwärts.

Im Winter 1987/88 kam Kyosho mit einem neuen Auto auf den Markt. Burns hieß das Ding und war ein Maßstab an Haltbarkeit. Jetzt konnten auch schlampigere Schrauber beim Fahren Erfolge erzielen. Plötzlich hielt auch das Auto von Gerd Ehrenfried. Im letzten Lauf der STM 1988 konnte er mit diesem Auto den zweiten Platz erreichen. Im folgendem Jahr gewann er dann auf Yankee seinen ersten STM-Titel und es sollte nicht der Letzte für ihn und das A-Team sein. 

Wir fuhren auch zu diversen Welt und Europameisterschaften. Fast jedesmal kamen wir mit neuen Ideen bezüglich der Strecke zurück. Nach Usingen (BRD) entfernten wir den Zaun, verlängerten die Strecke und bauten einen ordentlichen Doppelsprung ein. Im Jahr 1994 bauten wir eine zentrale Entwässerung. Über 70m Rohr wurden in den Boden verlegt. Außerdem tauschten wir den Makadambelag aus Gründen der Haltbarkeit gegen einen reinen Lehmbelag aus. In diesem Jahr veranstalteten wir auch einen Efra- GP, den Samuele Lenzi vor Gerd Ehrenfried und Alex Fellner gewann. 

Irgendwann folgte das große Table-Top. Dieses Jahr (2000) waren wir in Las Vegas. Die Veranstaltung war das Übelste was ich in 20 Jahren erlebt habe. Einfach zum vergessen. Das Einzige was wir von dieser WM nicht vergessen wollen, sind die Sprünge. Leicht ließen sich die Verbrennerfahrer ermuntern und den neuen Streckenteil könnt ihr schon im Internet auf unserer Homepage bewundern.(Hühüpf.........)